Vaginale Palpation – was ist das?

Ein Bestandteil der Beckenbodentherapie ist die vaginale Palpation und Behandlung. Immer mehr Uro-/ Gynäkolog:innen leiten Patientinnen explizit für diese interne Behandlung weiter. Patientinnen können mit dem Begriff aber wenig anfangen – hier kommt die Aufklärung.

Vaginale Palpation ermöglicht spezialisierten Physiotherapeutinnen, den Beckenboden lokal abzutasten und zu behandeln. Es ist eine gute Ergänzung zu anderen Therapiemethoden, ich führe sie jedoch ausschließlich nach vorhergehender Besprechung, unter gewissen Voraussetzungen und nach schriftlicher Einwilligung der Patientin durch.

Es ist eine gynäkologische Tastuntersuchung und Behandlung, bei der ich ein oder zwei Finger in die Scheide einführe. Dabei kann ich die Kraft des Beckenbodens tasten und beurteilen, ob es Defizite oder Dysbalancen in der Muskulatur gibt. Dabei ertaste ich nicht nur die Muskulatur des Beckenbodens, auch Teile der Hüftmuskulatur lassen sich nur so erreichen.

Ich kann tasten, ob die Muskulatur weich oder eher verspannt ist. Ich kann Seitenunterschiede feststellen, verspannte Muskulatur im Beckenraum behandeln und Verklebungen an Faszien lösen.

So lassen sich verschiedenste Schmerzproblematiken im Beckenraum, aber auch im Hüft- und Gesäßbereich oft gut lösen. Auch Beschwerden wie Inkontinenz und Organsenkung können so behandelt werden. Auch sexuelle Beschwerden können beeinflusst werden.

Selbstverständlich findet die Untersuchung in einem gemütlichen, vertraulichen und sicheren Rahmen statt. Mir ist wichtig, dass sich jede Frau bei der Behandlung wohlfühlt. Sie soll sich aufgefangen fühlen und offen über Alles sprechen, was ihr am Herzen liegt. Denn nicht zuletzt ist das Becken auch Raum von Unausgesprochenem.

Ich arbeite unter höchsten hygienischen Standards, benütze medizinisches Gleitgel und trage natürlich Handschuhe. Die Patientin liegt dabei auf der Therapieliege, mit einem Handtuch bedeckt. Die Behandlung ist möglichst schmerzfrei und wird bei jeder Art von Unwohlsein abgebrochen.

Und nun zur wichtigsten Frage: Nein, ich schaue nicht auf die Intimfrisur von meinen Patientinnen. 😉

Jede Vulva sieht anders aus und ist schön. Ich achte ausschließlich auf medizinische Auffälligkeiten. Optik ist mir egal – die Behaarung, Größe oder Form von Vulvalippen, (gesunde) Farbe, Piercings etc. habe ich im nächsten Moment schon wieder vergessen. Also keine Sorge!

Du hast noch Fragen?

Schreib mir gerne, denn jedes Tabu soll gebrochen werden: [email protected]